Der Sommer 2018 hatte es in sich: Sonne ohne Ende, kaum Niederschläge. Die Bauern jammern, die Winzer jubeln. Sie haben, so sieht es jedenfalls jetzt schon aus, einen Rekordjahrgang eingefahren. Die Kurzformel „viel und gut“ bringt es auf den Punkt!

Während manche Betriebe ihre Traubenernte bereits im August begannen, hat das Team des Schlossguts Frankenberg die Nerven behalten und die optimale Reife abgewartet. Seine Weinlese startete „erst“ am 11. September und endete am 11. Oktober, abgesehen von einigen kleinen Partien, die noch für edelsüße Beerenauslesen im Weinberg hängen und aufgrund ihres kerngesunden Zustands auf ganz und gar außergewöhnliche Weine hoffen lassen.

Die Trauben wurden per Hand geerntet, bis zu 18 Erntehelfer arbeiteten bei fast durchgängig gutem Wetter in der Frankenberger Schlosslagen Louisenberg, Hölle und Wolfsgrube.

Es war eine herausragende Lese. Die Menge lag bei 25 Prozent über dem Durchschnitt der letzten Jahre. Diese außergewöhnliche Quantität wurde noch von der Qualität des Jahrgangs 2018 übertroffen: Das durchschnittliche Mostgewicht, das den natürlichen Zuckergehalt der Trauben bestimmt, der Sorten Weißburgunder, Riesling und Silvaner lag zwischen sagenhaften 95 bis 100 Grad Öchsle.

Die Sonne hatte also ganze Arbeit geleistet, im Sommer und Spätsommer, gemäß der alten, sehr bildhaften Winzerregel: Im August sollen die Trauben kochen und im September braten. Am letzten Lesetag fuhren die Mitarbeiter einen betriebsinternen Rekord ein: Traminer-Trauben mit 120 Grad Öchsle.

Die Weinmacher erwarten frisch-fruchtige Weine, wobei der Frankenberg-Riesling dieses üppigen Jahrgangs auch in der Säure stabil geblieben ist. In einem der Edelstahltanks gären nun 6.000 Liter Riesling mit einem Mostgewicht von 100 Grad Öchsle. Das entspricht dem Prädikat der Auslese, also höchster Qualität für einen trockenen Wein. Auch der Silvaner, der am ersten Lesetag geerntet wurde, dürfte außergewöhnlich werden.

Weinfreunde dürfen also gespannt sein auf dem Jahrgang 2018 von Schloß Frankenberg.