Schloß Frankenberg geht in eine neue Zukunft

2018-12-06T16:21:08+00:006. Dezember 2018|Schloss|

Das Traumbild wirkt bei Vollmond und klarem Himmel am eindringlichsten. Die weite, sanft geschwungene Hügellandschaft wird zauberhaft versilbert und mit ihr die Konturen von Schloß Frankenberg. Mit seinen mittelalterlichen Mauern und Türmen, flankiert von steilen Weinbergen fühlt man sich an die Operette „Frau Luna“ von Paul Linke erinnert. Im bekannten Walzer dieses Musikstücks heißt es:

„Schlösser, die im Monde liegen,

sind wohl herrlich, lieber Schatz,

doch um sich im Glück zu wiegen,

baut das Herz den schönsten Platz.“

Es geht um Träume – und um das kleine Wunder ihrer Verwirklichung. Auf Schloß Frankenberg, geschieht derzeit genau das. Für die Einheimischen und ihre Kommunalpolitiker vollzieht sich in der Tat ein kleines Wunder, auf das sie nicht mehr zu hoffen gewagt hatten: In alten Mauern entsteht neuer Glanz. Dem neuen Besitzer Prof. Peter Löw ist Schloß Frankenberg eine Herzensangelegenheit. Er restauriert mit großem Aufwand das gesamte Anwesen und ließ das dazugehörige Weingut mit herausragenden historischen Lagen durch den diplomierten Winzer Adrian Graf von Hoensbroech wiederbeleben. Ein Dornröschen-Schloss wird, bildlich gesprochen, wach geküsst.

Errichtet Mitte des 13. Jahrhunderts

Der Frankenberg südwestlich des Steigerwalds ist eine Landschaft voller Geschichte und Geschichten. Schon in karolingischer Zeit stand hier eine Befestigung. Bereits um 1166 wurde die Burg Hinterfrankenberg errichtet, ein Raubritternest, das angeblich Kaiser Friedrich Barbarossa zerstören ließ. Turm, Brunnen und Mauerreste sind noch als Ruinen vorhanden.

In unmittelbarer Nähe bauten die Burggrafen von Nürnberg keine 100 Jahre später die Burg Vorderfrankenberg, aus der Schloß Frankenberg entstand. Die Wehranlage wechselte häufig die Besitzer und stand oft im Mittelpunkt regionaler kriegerischer Auseinandersetzungen, wurde aber in seiner 800-jährigen Geschichte nie eingenommen.

1520 wird Frankenberg an den Reichsritter Ulrich von Hutten verkauft. Der fränkische Adlige, ein berühmter Renaissance-Humanist, Dichter, Publizist, Kritiker der katholischen Kirche und Verfechter des „Pfaffenkriegs, zahlt dafür 27.000 Gulden. Er stirbt drei Jahre später im Exil in der Schweiz. Seine Brüder Ludwig und Georg ziehen auf ihre Burg und beginnen ab 1526 mit dem Umbau des heutigen Schlosses.

Nachdem 1783 die Linie von Hutten-Frankenberg ausstirbt, geht der Besitz an die Familie der Freiherren von Pöllnitz über, bis 1971 auch ihre Linie erlischt und die Freiherren von Lerchenfeld (bis 1979) einziehen.

Neuanfang unter Prof. Dr. Dr. Peter Löw

Seit 2014 gehört Schloß Frankenberg dem Inhaber der Münchner LIVIA Investmentgruppe, Prof. Dr. Dr. Peter Löw. Seitdem zieht allmählich wieder Leben auf dem Frankenberg ein und die Sanierung von Schloss, Meierei und Weinbergflächen werden entschlossen vorangetrieben.

Löw hat einen sicheren Instinkt für alte Gemäuer und ihre Geschichte. Er hat bereits das alte Berggericht in Kitzbühel, ein altehrwürdiges Kloster südlich von Florenz und einen Ritterpalast in La Valetta auf Malta sach- und fachgerecht restaurieren lassen.

Restaurierung nach Vorbild von Schloss Hofhegnenberg

Ein anschauliches Beispiel für die Leidenschaft des Juristen und Kunsthistorikers ist die „Wiederbelebung“ von Schloss Hofhegnenberg südlich von Augsburg, das Löw vor einigen Jahren erworben hat. Die „Süddeutsche Zeitung“ schrieb: „Die Bauten sind liebevoll saniert und hergerichtet. Vor die Fenster des Schlosses wurden eigens konstruierte Fensterkästen gesetzt, um die Originalscheiben erhalten zu können. Diese historisierenden Bestrebungen bündeln sich im Bergfried. Laut Löw war der Turm seit Ende des 18. Jahrhunderts eingestürzt. Ohne ihn habe dem Schloss einfach etwas ‚gefehlt‘, auf alten Stichen sei das Schloss schließlich stets mit Turm abgebildet. Nach einigem Hin und Her mit Denkmalschutz und Landratsamt wurde der Wiederaufbau schließlich genehmigt.“ Zur Freude der Bevölkerung, die für das neue/alte markante Merkmal ihrer Heimat überaus dankbar ist.

Auch auf Schloß Frankenberg realisiert Peter Löw einen Traum. Das mittelalterliche Anwesen wird für über zehn Millionen Euro restauriert. Es entstehen Luxus-Wohneinheiten und prunkvolle Säle. In der Vorburg sind bereits sieben Apartments fertig, einige davon mit offenem Kamin. Und in der schlichten Schlosskapelle werden Trauungen vorgenommen.

Dunkle Gewölbe, neuer Glanz

Restauriert werden auch das über 400 Jahre alte Tor, das noch immer im originalen Zustand ist, und die Burgkerker, in denen Gefangene darbten. Denn auf Schloß Frankenberg wurde auch Gericht gehalten, einschließlich einiger Todesurteile. Bald soll das prächtige Anwesen der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen – als Top-Eventlocation. Schon 2019 soll zum Beispiel die im Ostflügel untergebrachte Vinothek des Schlosses einem breiten Publikum präsentiert werden.

An diesem Traum arbeiten Prof. Dr. Dr. Peter Löw und sein Team. Schließlich sind Träume „der Mut einer Phantasie, die man im Wachsein nicht hat“, wie der Bühnenautor Wilhelm Lichtenberg (1892-1960) zu Recht erkannt hat.

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